Nach einem gechillten Wochenende mit viel Pool, Grillen, Baden im Meer, Sandkuchen bauen und Schnorcheln begann die zweite Therapiewoche.

Thea ging voller Vorfreude um 13:00 Uhr rüber ins CDTC – dort warteten auch schon Mariska, Tanja und Patrick, ein weiterer Therapeut auf sie. Mariska wollte erst kurz mit ihr reden und sagte, dass sie aus gesundheitlichen Gründen diese Woche nicht mit Thea ins Wasser kann, aber Patrick würde den Wasserteil übernehmen. Thea hat das wohl zunächst nicht richtig verstanden und dachte scheinbar, sie dürfe nicht mehr ins Wasser. Ihr Gesicht zeigte den von voriger Woche bekannten enttäuschten Gesichtsausdruck und sie begann zu weinen. Alle merkten, dass sie etwas falsch verstanden hatte und es wurde ihr nochmal genau erklärt, dass sie zu Kanoa darf und Patrick sie begleitet. Thea beruhigte sich und die Therapiezeit im Raum startete wie gewohnt.

Diese Reaktion kennen wir selten von Thea und es zeigt uns, wie unglaublich wichtig es ihr ist mit den Delfinen zu schwimmen. Thea ist ein sehr genügsames Kind, die oft aufgrund verschiedener Umstände geduldig wartet oder auch mal verzichtet. So leid es uns tut sie enttäuscht weinen zu sehen, sind wir über diese Reaktion an sich doch glücklich. Es zeigt uns zum einen, dass Thea tatsächlich recht viel versteht, wenn sie so eine Ansage auch missverstehen kann. Zum anderen freut es uns zu sehen, dass es etwas gibt was Thea so wichtig ist, dass es diese Emotionen hervorruft. Gerade jetzt wo die Pubertät langsam anklopft ist es für Thea denken wir sehr wichtig, sich Emotionen auszusetzen und zu erfahren, dass wir sie dadurch begleiten. Für uns ist es natürlich finanziell und logistisch immer eine große Herausforderung, Thea eine Delfintherapie zu ermöglichen, aber solche Momente zeigen uns dass es es wert ist!

Aber weiter zur Wasserzeit: Thea und Patrick sind ein super Team und es ist ein richtiger Gewinn, nochmal einen Therapeut an Dock zu haben da Mariska natürlich erst während der Therapie im Raum aber dann auch an Dock dabei ist.

Am ersten Tag war Thea noch etwas skeptisch mit Patrick, vor allem als die Mädels ihn zum Spaß ins Wasser gestoßen hatten und er ganz empört gespielt hatte war sie etwas verunsichert. Sie hat aber schnell verstanden, dass das nur Spaß ist und ist mittlerweile selber dabei Patrick zu necken.

Die Therapie im Raum klappt super, Thea wird immer offener und kommuniziert recht deutlich, ob mit dem Talker oder mit Mimik und Gestik. Das „Nein“ ist mittlerweile eine Kombination aus wegdrücken mit der Hand oder Luft auspusten, wobei es eher mit einem „ich mag das nicht“ zu übersetzen ist.
Mit dem Talker geht es natürlich differenzierter und sie hat auch die Möglichkeit „ich weiß nicht“ zu sehen, der Talker ist aber einfach auch nicht immer da, weshalb wir es sinnvoll finden, auch weiter an Codes zu arbeiten.
Das „Ja“ ist aber weiterhin sehr eindeutig und vor allem ausgeprägt, wenn man mit Thea über Kanoa spricht oder zum Delfin geht und dort mit dem Tier interagiert.

Ein weiterer Baustein, den die Therapeuten gern nutzen ist Vibration. Das ist ein Reiz auf den Thea sehr anspricht und der sie fokussiert, sodass sie sich schnell wieder konzentrieren kann. Thea ist ja generell sehr dankbar für klare, intensive Reize, weshalb sie es auch toll findet, wenn Kanoa ihr ganz nah kommt und sie ihn gut wahrnehmen und spüren kann oder wenn er sie und Patrick schnell durch das Wasser schiebt.

Thea ist nun auf jeden Fall angekommen hier bei ihrem Kanoa und es ist täglich aufs Neue schön, sie während der Wasserzeit zu beobachten und das Leuchten in ihren Augen zu sehen wenn man mit ihr über Kanoa spricht.
